Neulich schaute ich auf den Kalender und stellte fest: 3 Jahre rum. Schwupps. Einfach so.

Ziemlich genau vor drei Jahren begann mein Umfeld allmählich, peu à peu fickerig zu werden, denn das errechnete Geburtsdatum rückte näher, der Bauch wurde runder und runder, doch völlig wurscht, wie oft ich ans CTG gefesselt wurde: es zeigte sich alles nur keine Wehe. Das Ergebnis: noch häufiger CTG, noch länger CTG. Wehenschreibende Fußfessel sozusagen. Der Vorteil von stundenlanger CTG-Gefangenschaft ist allerdings, dass man außer Lesen oder am Handy rumwurschteln eh nichts tun kann, und wenn die Kontrollabstände dann auch noch immer kürzer, dafür die Sitzungen immer länger werden, möchte man die Zeit halbwegs sinnvoll nutzen.

Für mich war es der Moment, in dem ich anfing, unseren Alltag digital festzuhalten. Klassische Fotoalben mit Fotos Einkleben, Text per Hand dazu schreiben erstellte ich schon lange, aber jetzt war der Moment gekommen, in dem ich mal was Neues versuchen wollte: digitales Memory Keeping.

Meine Fotos habe ich bereits seit Jahren überwiegend auf dem Handy bzw. in der Dropbox und wenn man sich das Leben ein bisschen leichter machen kann, warum nicht. Ich brauchte also etwas, womit ich schnell, unkompliziert viele Fotos festhalten und bestenfalls noch direkt Text dazu schreiben konnte. Die Wahl fiel recht zügig auf die Project Life App von Becky Higgins. Mit den zig Vorlagen, schönen Designs und erweiterbaren Designsets zu diversen Themen lassen sich nämlich wirklich im Handumdrehen tolle Collagen erstellen, die man anschließend entweder als einzelnes Bild abspeichern kann, alternativ aber auch als Fotobuch ausdrucken lassen kann.

Letzteres war mein Plan. Denn ganz ehrlich: Fotos auf der Festplatte sind zwar super, aber man schaut sie ja doch nie wirklich an. Ich brauche was in der Hand. Was echtes. Aus Papier zum Streicheln.

Während ich also Stunden um Stunden am CTG gefesselt war, lud ich direkt am Handy Foto um Foto in die Vorlagen, tippte meinen Text dazu und hatte innerhalb kürzester Zeit mehr dokumentiert als ich es in all den Jahren analog jemals geschafft hätte. Als oller Sicherheitsfanatiker speicherte ich die fertigen Layouts dann nicht nur auf dem Handy, sondern exportierte sie auch noch bequem direkt aus der App heraus in die Dropbox und schon stand den Fotoalben nichts mehr im Weg.

Es gibt zwar auch die Möglichkeit, direkt in der App Fotobücher zu erstellen, aber da es ein amerikanisches Unternehmen ist, würde der Versand ewig und drei Tage dauern und zudem noch massig Zollgebühren drauf kommen. Außerdem, warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nahe:

In meinem Falle Saal Digital. Bei 52 Wochen pro Jahr und jeweils mindestens einer Doppelseite kommen nämlich jede Menge und ich meine wirklich JEDE MENGE Seiten zusammen. Es braucht also eine vernünftige Bindung. Auf der Seite von Saal Digital wurde ich fündig: sie bieten ihre Fotobücher in einer super tollen Flachbindung an, die verhindert, dass die Seiten bzw. der Buchrücken auf Dauer auseinander bricht, also genau das, was ich für meine große Jahresalben suchte.

Nun bin ich ja immer erst mal Skeptiker und lege extrem viel Wert auf hohe Qualität. Bevor ich also meine 130 Seiten eines kompletten Jahres in Auftrag gebe, wollte ich erst mal mit einem kleinen Projekt vortasten, nämlich mit einem Album über unserere Haussanierung.

Wie der Zufall es so will, stolperte ich über eine Anzeige, dass Produkttester für ein neues Format gesucht werden, nämlich das Fotoheft. Hey, genau mein Ding! Im Gegensatz zu den Hardcover Fotobüchern, haben die Fotohefte nämlich eine Spiralbindung und keinen festen Deckel sondern eine matte durchsichtige Schutzfolie. Eignen sich also perfekt für kleinere Alben, wie z.B. ein Urlaub oder eben die Haussanierung. Die Alben sind ein gutes Stück dünner und lassen sich trotzdem genau so gut flach auf dem Tisch öffnen ggfs. auch komplett umschlagen und weisen dennoch die gleiche Fotoqualität auf wie die „richtigen“ Fotobücher. Bei den möglichen Formaten bleiben keine Wünsche offen, denn von 10 x 15 cm bis A3 sind quasi alle Formate vertreten, die man sich vorstellen kann. Ich habe mich für 30 x 30 cm entschieden, weil das Heft sehr viele Fotos pro Seite enthalten sollte und landete am Ende doch noch bei 48 Seiten. Gab halt viel zu dokumentieren bei so einer Komplettsanierung.

Das Erstellen der Seiten war denkbar einfach. Die Software von Saal Digital hatte ich innerhalb kürzester Zeit auf meinem PC installiert und weil ich die Sanierung des Hauses noch nicht in Project Life festgehalten hatte, nutzte ich die Seitenvorlagen der Software. Da muss ich sagen, könnte die Auswahl etwas größer sein. Es gibt zwar zig Vorlagen zu speziellen Themen wie Geburt, Hochzeit etc. aber einfache simple Collagen ohne Blümchen, Farben und Designs sondern nur blanke Collagen als Foto-Platzhalter in diversen Größen und Ausrichtungen gibt es herzlich wenig. Ich gebe zu, diesbezüglich bin ich aus der Project Life App natürlich extrem verwöhnt, aber nett wäre eine etwas größere Auswahl doch. Ich habe mir die Collagen bzw. die Platzhalter also selbst erstellt, z.B. 9 oder 12 Bilder auf einer Seite, was in der Software auch völlig problemlos geht und habe sie für zukünftige Projekte direkt abgespeichert.

Der Rest war ein ziemlicher Selbstläufer: passende Fotos in die Platzhalter reinladen, fertige Seiten hochladen, noch das Cover erstellen, Anschrift eingeben, Bezahlart wählen, der Gutschein fürs Produkttesten deckte meine Endsumme nämlich nicht (ich mach eindeutig zu viele Fotos), fertig. Alles in allem hat es mich vielleicht eine Stunde Arbeit gekostet.

Man mag es kaum glauben, aber ich habe Montags Abends die Bestellung abgeschickt und Mittwoch klingelte es bereits an der Tür. Schneller geht nun wirklich nicht!

Preislich gehen die Fotohefte von bis. Der Preis richtet sich nämlich nach der Größe und natürlich den Seitenzahlen. 80 Seiten in A3 sind natürlich eine ganz andere Hausnummer als 16 Seiten in 10 x 15 cm.

Was soll ich sagen, ich habe nichts, aber auch wirklich gar nichts zu meckern. Und das sag ich jetzt nicht, weil ich einen Gutschein für’s Testen erhalten habe, sondern weil ich wirklich einfach kein Haar in der Suppe finde. Das Fotoheft ist super, die Fotos gestochen scharf abgebildet, das Papier schön dick und griffig und so robust, dass ich nicht mal Bedenken hatte, unseren fast 3jährigen alleine durchblättern zu lassen. Es kam natürlich wie es kommen musste, das Album wurde am zweiten Tag bereits einem unfreiwillige Bad in einer umgekippten Apfelsaftschorle unterzogen. Jaiks. Aber: selbst das hat es gänzlich unbeschadet überstanden. Ich muss also wohl nicht erwähnen, dass ich direkt am gleichen Tag noch 130 Seiten Project Life Seiten über die Software hochgeladen habe und ein festes Fotobuch in Auftrag gegeben habe. Ganz ohne Gutschein.

Ich gebe zu, preislich japste ich bei 130 Seiten schon ein wenig, aber realistisch betrachtet sind meine alten Alben mit ausgedruckten Fotos keinen Cent günstiger gewesen und die Qualität ist in meinen Augen das Geld definitiv wert.

Da ich die kompletten Layouts fürs Fotobuch ja schon in der Project Life App erstellt und als jpg exportiert hatte, brauchte ich in der Saal Digital Software tatsächlich nur noch jeweils einmal pro Seite ein jpg als Hintergrundbild einfügen. Alles in allem war ich also mit dem Erstellen eines kompletten Albums mit 130 Seiten in circa einer halben Stunde fertig.

Auch dieses Album wurde perfekt verpackt innerhalb von 2 Tagen zugestellt und ließ mein Herz höher schlagen. Die Bindung genau so wie ich sie mir vorgestellt hatte, das Papier exakt die gleiche Qualität wie im Fotoheft und die Cover schön fest und robust.

Ein absoluter Traum.

Der Wermutstropfen an der Sache? Tja, wir müssen jetzt leider leider ganz viele Urlaube und Projekte verwirklichen, damit ich noch mehr zum Dokumentieren und Ausdrucken habe. Es geht nämlich wirklich nichts drüber, seine Erinnerungen in der Hand zu halten und ganz analog Durchblättern zu können! Das nächste Fotoheft ist auch bereits in Arbeit: ein eigenes Album für den Zwerg mit allen Fotos, die er selbst gerne drin hätte. Die Begeisterung für’s Fotoschauen ist wohl doch genetisch!

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