Rassismus in Kinderbücher: No Go vs. Kulturgeschichte, mein Dilemma.

Rassismus in Kinderbücher: No Go vs. Kulturgeschichte, mein Dilemma.

Mutter Natur hat es gut gemeint und uns mit einem wortgewandten, neugierigen Kind gesegnet. Bislang bewegten wir uns literarisch auf recht sicheren Terrain, denn die Wahrscheinlichkeit, dass man in Baustellen-, Feuerwehr- und Traktorbüchern über unangemessene Wortwahl stolpert ist recht gering.

Nun bleiben Kinder aber halt nicht immer anderthalb, und ihre Ansprüche an Bücher werden auch nicht dauerhaft mit flauschigen Tierabbildungen befriedigt. Es kommt also allmählich für uns die Zeit, in der wir uns uns mit großen Schritten der Phase nähern, in denen Pippi Langstrumpf und Jim Knopf auftauchen und mit ihnen sämtliche andere Klassiker der Kinderliteratur, die allesamt eins gemein haben: eine aus heutiger Sicht nicht vertretbare Wortwahl.

Denn zweifelsohne enthalten all diese Geschichten Elemente, die aus heutiger Sichtweise so what from nicht politically correct sind und nach Ansicht vieler engagierter Eltern gestrichen gehören. Dem gegenüber steht die Fraktion, die eine Neuauflage mit geändertem Wortlaut als Zensur empfindet und den Verfall der kulturellen und künstlerischen Freiheit befürchtet.

Ich gebe zu, es schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Ich bin aus tiefster Seele gegen jegliche Form von Rassismus und habe auch absolut kein Verständnis für „ja, aber das war ja nicht so gemeint“ Aussprüche. Wenn es nicht so gemeint ist, dann benutz andere Wörter oder sag einfach gar nicht erst was. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Nicht die Würde des weißen, schwarzen, grünen oder lilanen Menschen, sondern die des Menschen. Die eines jeden Menschen. Punkt. Mein Mutterherz schreit also alleine bei dem Gedanken, meinem Kind etwas von „Negerkönigen“ vorzulesen. Mein bester Freund zu Jugendzeiten hatte nigerianische Wurzeln, ich weiß also nur zu gut um die Sprüche, die sich ein Mensch mit von der Masse abweichender Hautfarbe anhören muss, denn sie flogen mir solidarisch mit um die Ohren, wir waren schließlich sehr lange unzertrennlich und ich als olles rothaariges Käsebrot stand a) im krassen Kontrast zu ihm und b) entsprach auch nicht der Norm des Durchschnittsluxemburgers, wenn auch anders.

Es sei nur so viel gesagt: die Sprüche, die es hagelt sind widerwärtig. Damals wie heute. Und kein ja aber der Welt, wird sie abschwächen, verharmlosen oder sie rechtfertigen können. Sie sind einfach inakzeptabel.

Und nun kommt mein Dilemma. Ich habe Literaturwissenschaften und Geschichte studiert.

Ich kann nicht anders als Bücher in ihrem zeitlichen Kontext zu sehen. Astrid Lindgren verfasste Pippi Langstrumpf in den 40er Jahren. Die Erstausgabe erschien 1945. Artikel 1 des Grundgesetzes 1949. Die Würde des Menschen war in den frühen 40ern allenfalls hinter vorgehaltener Hand ein Thema und noch sehr lange, um nicht zu sagen, 70 Jahre später beschämenderweise immer noch, recht flexibel in der Auslegung. Denn was von wem wen betreffend als würdevoll erachtet wird, hängt auch 2018 noch massiv von Herkunft, sozialem Status, Hautfarbe und Religion ab. Sicherlich nicht mehr in dem Ausmaß wie es 1945 der Fall war, aber definitiv bei weitem nicht so, wie es inzwischen sein müsste.

Ist es nun also damit getan, wie es der Oetinger Verlag seit 2009 tut, die betreffenden Worte zu streichen und gegen neutrale Begrifflichkeiten wie „Südseekönig“ auszutauschen? Könnte man denken. Schließlich werden die Kinderohren davor bewahrt, verachtende Wörter zu hören und an sich wollen wir ja alle, dass unsere Kinder sowas gar nicht erst lernen und die Terminologie bestenfalls ausstirbt.

Nur löst es meines Erachtens nicht das grundlegende Problem:

Scheiße ist Scheiße bleibt Scheiße, auch wenn man sie politisch korrekt „Darmausscheidung“ nennt. Das N-Wort zu streichen ändert nichts an der Tatsache, dass sich die beschriebenen Südseevölker sicherlich nicht freiwillig Efraim Langstrumpf unterworfen haben, ändert nichts daran, dass in Pippis Augen Völker zurecht von ihrem Vater ausgebeutet werden, ihre Behausungen als dreckig und verlaust dargestellt werden und ändert auch nichts daran, dass ganze Völkergruppen von ihr pauschal als Lügner beschrieben werden. All diese Passagen sind Teil der Geschichte. Streicht man jetzt all diese Elemente, um die Geschichte nach heutigen Maßstäben vertretbar zu machen, ist es nicht mehr die Geschichte.

Ein kleines neunjähriges Mädchen lebt alleine in einer Villa mit einem Pferd und eine Affen, verfügt über schier unendlich scheinende Goldreserven und kann sich deshalb sämtliche Freiheiten dieser Welt leisten, fern jeglicher Regeln, Gepflogenheiten oder Normen. Diese Freiheit hat es nicht, weil es so ein tolles, pfiffiges, starkes Mädel ist! Das ist ihr möglich, weil ihr Vater ganz im kolonialistischen Stil Menschen zu seinen Gunsten unterwirft und Profit draus zieht. Im Übrigen eine Vorstellung, die gerade im deutschsprachigen Raum so weit wie nur möglich weggewiesen wird. Kolonialismus ist hier schlichtweg kein Thema. Und wenn es doch mal eins wird, dann aber bitte nur der britische oder amerikanische Kolonialismus. Der deutsche… ach das bissl, das war ja auch nur ganz kurz.

Aber zurück zu Astrid Lindgren. Sehe ich sie also als Kinderbuch schreibende Rassistin? In Teilen sicherlich. Nicht weil ich sie als schlechten Menschen sehe, sondern, weil ich sie als Mensch ihrer Zeit sehe. Und diese Zeit zeichnete sich eben unter anderem dadurch aus, dass Rassismus ein ganz normales Alltagsverhalten darstellte, selbst bei den fortschrittlichsten Zeitgenossen. Genauso normal im Übrigen, wie Frauen als herdhütende Dummerle, Jungfrau in Nöten oder unterwürfige graue Maus darzustellen. Ein Element, das in Pippi Langstrumpf ebenso ständig vorkommt und durch die bloße Änderung der Terminolgie nicht behoben wird, ohne den kompletten Plot umzuschreiben.

Verteufele ich nun Pippi Langstrumpf zu tiefst? Nein. Es ist ein tolles Kinderbuch, das seit Jahrzehnten eine magische Anziehungskraft auf Kinder und Erwachsene ausübt. Astrid Lindgren ist eine großartige Kinderbuchautorin, die mit ihrem fortschrittlichen und humanistischem Ansatz, und ihrem Bild von starken, selbstbewussten Kindern ihrer Zeit weit voraus war. Und wie alle großen Autoren schaffte auch sie in ihren Romanen Figuren, die nicht glatt poliert, sondern eckig, kantig bisweilen fragwürdig waren. Die Figur Pippi Langstrumpf ist einzigartig in ihrer Kreativität und Stärke. Ihre Fehler und Schwächen gehören aber genauso dazu. Das macht sie zu der komplexen, unterhaltsamen und anziehenden Figur, die sie seit Jahren ist.

Nur durch solche Protagonisten regt Literatur zum Nachdenken und Hinterfragen an. Auch Kinderliteratur. Erst recht Kinderliteratur. Denn man mag es nicht für möglich halten, Kinder denken sehr viel und sehr feinfühlig. Und da korreliert mein politisch korrektes Mutterherz mit meiner Lehramtsseele. Man möge mir verzeihen, aber ich kann nicht anders, als mein Kind zu einem selbst nachdenkenden und hinterfragenden Menschen zu erziehen, der in der Lage ist, abzuschätzen, was geht und was nicht geht. Das kann ich aber nicht, wenn ich ihm ausschließlich vermeintlich reingewaschene Kinderklassiker präsentiere. Der geschichtliche Grundtenor schwingt ja trotz aller Reinwaschungen mit und der gehört auch hinterfragt.

Ich sag’s mal so: Klassische Literatur umzutexten ist wie Haare waschen mit Trockenshampoo: auch wenn es sauber aussieht, sind die Wurzeln immer noch siffig.

Kinder sind schlau, mehr als manch einer von uns glauben mag. Außerdem verfügen Kinder über eine einzigartige Neugierde, Fairness und Toleranz. Das sollten wir uns zu eigen machen. Wir haben am Ende nämlich alle wesentlich mehr davon, wenn die kommenden Generationen wissen, dass alles, was je zu Papier, Stein, Papyrus oder Twitter gebracht wurde immer in einem historischen, soziokulturellen Kontext steht und nicht blindlings geschluckt und wiedergegeben werden darf.

So sehr sich mein Mutterherz auch wünscht, mein Kind auf ewig vor beschämender Sprache fernzuhalten, wird im Hause T. früher oder später trotz allem das Negerprinzessinnen-Original vorgelesen und drüber gesprochen werden. Denn Original ist Original bleibt Original während zu viel Trockenshampoo lediglich die Sinne vernebelt.

Weltgeschichte ist brutal. Daraus lernen tun wir aber nur durch Aufklären und nicht durch Verschweigen.

Die Sache mit der Perfektion

Die Sache mit der Perfektion

„Entschuldige bitte, sie ist nicht perfekt aber wenigstens noch rechtzeitig“ hat mir neulich eine Bekannte entgegnet, als sie mir die Einladung zum Kindergeburtstag aushändigte. Ich habe mich artig bedankt, freute mich über die Einladung und zuckte innerlich doch kurz zusammen.

Ist es jetzt wirklich so weit, dass man sich für fehlende Perfektion bei Kindergeburtstagseinladungen rechtfertigen bzw. entschuldigen muss? Sind wir inzwischen wirklich so Photoshop/Instagram/Pinterest geschädigt, dass eine etwas schepp geschrieben Uhrzeit oder Adresse als Makel erscheint?

Ok, ich bastele sozusagen hauptberuflich Grußkarten, bei denen oftmals nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, dass sie handgemacht sind. Ich habe dafür aber auch eine Ausstattung fern vom Stern, die kein Normalsterblicher sich jemals anschaffen würde. Vielleicht war das der Grund, weswegen sie das Gefühl hatte, sich für ihre Variante rechtfertigen zu müssen, aber ganz ehrlich: ich bin froh, wenn sich überhaupt jemand die Mühe macht, Einladungen mit Uhrzeit und Adresse zu gestalten. Egal ob mit professionellen Stanzformen oder einer vom 2jährigen geschnitzten Kartoffel als Stempel.

Nicht selten wird man nämlich zu Geburtstagen, Playdates oder ähnlichem eingeladen, sagt freudig zu und stellt dann erst fest, dass man sich zwar seit Monaten immer wieder auf dem Spielplatz trifft, gut unterhält, die Kinder sich gut finden, man aber nicht den Hauch einer Ahnung hat, wie die Frau heißt, weil sie immer unter „Mama von xxx“ läuft, geschweige denn, dass man wüsste, wo sie wohnt.

Menschen sind nicht perfekt. Sie waren es nie, sie werden es nie werden und das ist auch gut so. Versteht mich nicht falsch, ich habe durchaus einen recht hohen Anspruch an die Menschheit und hasse es wie die Pest, wenn sich jemand offensichtlich überhaupt keine Mühe gibt oder etwas, entschuldigt die Wortwahl, nur so hinrotzt. Da wäre mir tatsächlich lieber, man ließe es ganz bleiben als etwas völlig liebloses und halbherziges abzuliefern, aber irgendwo muss man den lieben Gott auch mal einen guten Mann lassen.

Je mehr ich drüber nachdenke, umso mehr komme ich zu dem Schluss, dass es so ein Frauending ist, immer alles perfekt haben zu wollen. Zumindest ist mir noch kein Mann begegnet, der das Bedürfnis hatte, sich bei den Kumpels für Fingerpatscheabdrücke an der Balkontür zu rechtfertigen. Mütter tun sowas. Ständig. Ich auch.

Nur warum?

Warum begrüßt man seine Gäste nicht mit „schön, dass du da bist, geht’s dir gut?“ statt mit „komm rein, entschuldige bitte den Saustall, die Woche war stressig“.

Nicht die Woche war stressig, das ganze Leben ist turbulent. Die meisten von uns halten neben Job, alltäglichen Verpflichtungen und dem üblichen Trara ja auch noch Tag für Tag kleine Menschen am Leben, die scheinbar als einzige Lebensaufgabe haben, sich blind in den Verkehr zu stürzen oder Dinge in den Mund zu stecken, die Toxikologen oder Chirurgen auf den Plan rufen. Und diejenigen, die diese kleinen Menschen nicht haben, haben Haustiere, Jobs, Verwandtschaft oder sonst etwas, das sie gut beschäftigt.

Sagen wir wie es ist: jeder von uns hat einen Belastungstopf und der ist vermutlich so gut wie bei jedem überwiegend randvoll. Die Mutter von 5 Kindern mag darüber schmunzeln, dass die Frau mit „nur“ einem Kind über die Belastung jammert, das ändert aber nix daran, dass deren Topf nicht auch voll ist. Er hat vielleicht nur ein anderes Fassungsvermögen, weil er noch nicht so lange gedehnt wurde, voll ist er trotzdem.

Da braucht man sich nun wahrlich nicht noch mehr aufhalsen, um perfekt zu erscheinen.

Wie heißt es noch so schön?

Wir kaufen Dinge, die wir nicht brauchen, von Geld, das wir nicht haben, um Menschen zu beeindrucken, die wir nicht mögen.

Muss eine Küche wirklich porentiefrein sein? Muss der Fußboden glänzen als wäre er frisch aus einem Magazin? Müssen die Cupcakes selbstgemacht, einheitlich verziert, pinteresque arrangiert und geschmacklich einzigartig bis fantastisch sein? Ja ok, blödes Beispiel, trockene und verbrannte Cupcakes mag nun wirklich niemand, aber hey, mir ist es völlig Wurscht, ob da ein Eck weg ist, eine Delle in der Glasur ist, das Förmchen noch das von Weihnachten ist oder aber es die aufgetauten vom Discounter sind. Hauptsache es gibt überhaupt welche!

Ganz ehrlich: Ich möchte weg von diesem Irrsinn. Weg davon, mich rechtfertigen oder erklären zu wollen, weil der Fußboden nunmal so aussieht, wie er aussieht, wenn 1-5 Kinder und ebenso viele Erwachsene den ganzen Tag zwischen Garten und Wohnzimmer gependelt sind. Wenn es bei uns aussieht wie die Wutz, dann ist es eben so. Dann ging es gerade nicht anders, sonst sähe es anders aus.

Zugegebenermaßen gebe ich nicht allzu viel darauf, was andere Menschen von uns denken, schließlich ist es ja unser Leben. Und trotzdem erwische ich mich immer mal wieder dabei, mich zu rechtfertigen. Der Hauptgrund dafür ist aber wohl eher, dass mich manches selbst stört.

Und deswegen bemühe ich mich, unserem Alltag so unkompliziert wie möglich zu halten und einfach mein Bestes zu geben.

An manchen Tagen wird das mehr sein, an anderen weniger, aber unterm Strich möchte ich abends ins Bett gehen mit der Gewissheit, das Machbare gemacht zu haben. Völlig egal, ob perfekt oder nicht.

Ärgert es mich, dass die Freitagskolumne jetzt schon wieder nicht zum Freitag fertig war? Klar! Fände ich es schöner, wenn das Haus aufgeräumt und sauber, der Kleiderschrank sortiert und ausgemistet und der Kellerinhalt beim Wertstoffhof wär?? Ganz eindeutig. Aber es ist nunmal wie es ist: ich bin nicht perfekt. Meine Einladungen zum Kindergeburtstag mögen in der Regel zwar so erscheinen, dafür fragt mich aber bitte nicht, wann ich zuletzt den Fußboden des Kinderzimmers gesehen hab. Alles eine Sache der Prioritäten.

Und deswegen wuchert bei mir auch das Unkraut im Vorgarten, der Flur gleicht einem Hindernisparcours, die Fenster sind pappig, die Haare ungekämmt und die Knie vom Kind schwärzer als die eines Grubenarbeiters je sein könnten, aber am Ende des Tages schmiegt sich der fast Dreijährige an mich und murmelt „ich hab dich sooooo lieb“.

Wann hat euch zuletzt die Nachbarsfrau in den Arm genommen mit den Worten „Ihre Einfahrt ist sooooooo unkrautfrei“.

Da darf jetzt jeder für sich entscheiden, was ihm wichtiger ist. Ich für meinen Teil ziehe ersteres vor.

Das Leben als Hausfrau und Mutter, oder wenn der Grat zwischen Glückseligkeit und Überschnappen nicht schmaler sein könnte

Das Leben als Hausfrau und Mutter, oder wenn der Grat zwischen Glückseligkeit und Überschnappen nicht schmaler sein könnte

Zwei Dreiviertel Jahre ist es nun her, dass mein Schatten nicht mehr alleine durch die Straße läuft. Wo immer er hingeht, begleitet ihn ein deutlich kleinerer. Denn auch nach fast 40 Monaten auf der Kindergartenwarteliste, heißt unser Betreuungskonzept immer noch Mama.

Die Mathematiker unter euch wenden an dieser Stelle zurecht ein, dass zwei Dreiviertel Jahre deutlich weniger als 40 Monate sind, da mir aber nicht bewusst war, dass man bei uns die Kinder schon anmelden muss, bevor man den potenziellen Vater überhaupt erst kennengelernt hat, um einen Kitaplatz zu bekommen, habe ich dies erst im schwangeren Zustand erledigt, so dass wir tatsächlich seit knapp 40 Monaten auf einen Platz warten.

Zeit also für ein kleines Résumé.

Neben Stillen oder nicht Stillen ist die Art der Kinderbetreuung in Mütterkreisen wohl das polarisierenste Thema schlechthin.

Behältst du das Kind zu Haus, bist du die Glucke, die nicht loslassen kann. Gibst du das Kind in die Betreuung, bist du herzlos, karrieregeil und nicht für dein Kind da. Einigen wir uns also an dieser Stelle schon mal darauf: egal wie du es machst, es ist falsch.

Ziemlich frustrierender Ausgangspunkt, gell? Deswegen hab ich die ganze Chose für mich einfach mal ins Gegenteil verkehrt. Wenn eh alles, was man als Mutter macht falsch ist, ist logischerweise im Umkehrschluss alles, was man macht auch richtig!

Nehmen wir das gute alte Beispiel „Kind schläft bei Eltern im Bett oder Kind schläft ab Tag 1 allein im Zimmer“.

Die Verfechter von Co-Sleeping schlagen natürlich bei letzterem die Hände über dem Kopf zusammen und erzählen dir, dass das Kind eine Bindungsstörung bekommt, die Verfechter des anderen Lagers wiederum sind bei ersterem entsetzt und erzählen dir etwas von plötzlichem Kindstod, Erstickung und Zerquetschung. Sprich: wie du es machst, ist es für ein Lager verkehrt. Aber hey, gute Nachricht: im Umkehrschluss ist das, was du tust für das andere Lager jetzt aber genau richtig! Ich persönlich finde diesen Blickwinkel viel angenehmer und deswegen halte ich mich fortan daran: Völlig egal, was du machst, es ist richtig!!

Dein Kind schläft bei dir im Bett? Super, alles richtig gemacht. Dein Kind schläft in seinem Zimmer? Herzlichen Glückwunsch, alles richtig gemacht!

Du gehst arbeiten und das Kind ist fremdbetreut? Yeay, happy you! Du bist zu Hause und du betreust dein Kind selbst? Woohoo, großes Kino!

Unser Nachwuchs ist also jetzt seit fast drei Jahren zu Hause. Mein Fazit: geschadet hat es ihm nicht. Er ist noch keine drei, bildet aber bereits Sätze, bei denen manch durchschnittlicher Saarländer zwei mal hinhören muss, um die Struktur zu verstehen. An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich komplexe Nebensätze des Saarländers in der Regel auf ein  „unn“ oder „ei jo“ reduzieren.

Er weiß genau, was er will bzw. vielmehr weiß er genau, was er nicht will und teilt das auch unmissverständlich mit. Er hat Freunde, macht bereits unter der Hand Playdates aus „Mama, der XYZ kommt noch mit zum Spielen, seine Mama hat ja gesagt“ und ist, würde ich mal sagen, alles in allem ein durchaus glückliches Kind.

Wäre er das auch, wenn wir früher einen Betreuungsplatz bekommen hätten? Ich behaupte mal ja. Lediglich mein Alltag sähe gänzlich anders aus. Denn ich bin ja jetzt seit fast drei Jahren so etwas wie eine unfreiwillige Stay-at-home-mom. Wobei ich persönlich den Begriff Stay-at-home-mom für ziemlichen Quatsch halte, denn meine Arbeit, zumal die als Selbständige, ist ja die gleiche geblieben, nur mit dem Unterschied, dass ich sie nicht mehr alleine mache, sondern dabei immer noch einen laufenden Meter als Begleitung habe. Arbeitest du außer Haus, ist er mit dabei, arbeitest du im Haus, ist er mit dabei. Gehst du aufs Klo, ist er mit dabei. Er. Ist. Mit. Dabei. Immer. Mit ständig gemütlich mit dem Zwerg zu Hause zu sein und die Zeit in vollen Zügen zu genießen hat das überwiegend herzlich wenig zu tun.Es gibt die Momente der völligen Glückseligkeit, weil du jede neue Fähigkeit, jeden Entwicklungsschritt und jedes noch so kleine Detail unmittelbar miterleben darfst. Und dann gibt es die Momente, in denen du nicht weißt, ob du mit Trinken anfangen, heulen, schreien oder einfach ein Ein-Weg-Ticket nach Bali kaufen sollst.

Zweijährige haben nämlich nicht zwingend Interesse, sich allein zu beschäftigen. Egal wie viel du zu erledigen hast, selbst wenn es zu Hause ist. Und wenn doch, endet es mit Kollateralschäden in einer Dimension, dass du dir wünschst, du hättest Ihnen von vornherein das gegeben, was sie wollten: Aufmerksamkeit. Ungeteilte Aufmerksamkeit!

Wie du dich also drehst oder wendest, du bekommst als Hauptbetreuungsperson von deinen restlichen Verpflichtungen quasi nichts erledigt. Zumindest nicht, ohne 24 mal unterbrochen zu werden und circa 480 mal so lange zu benötigen, als früher..

Das ist anstrengend. Brutal anstrengend. Es fühlt sich an, als würde man konstant mit 14 rohen Eiern jonglieren, aus denen zeitgleich Vierlingsküken schlüpfen.

Die Bude ist ein einziges Wimmelbuch, wichtige Unterlagen haben selbst dann noch Marmeladen- oder Wachsmalstiftflecken, wenn man sie unmittelbar nach Erhalt einlaminiert hat, Spiegel, Fenster und glatte Flächen sehen aus, als wäre jemand hingerichtet worden und hätte dabei verzweifelt versucht, sich an den Flächen hochzuziehen. Nur dass die Spuren nicht aus Blut sondern einem Konglomerat aus Sabber, Schnodder, Schokolade und Eis sind und überall, wirklich überall liegen Legosteine, Autos oder Magnetbuchstaben. Und nichts, ausnahmslos gar nichts kannst du fertig machen, ohne dass am anderen Ende des Raumes ein neues Armageddon auf dich wartet, dich 8907578 schallende Mamaaaaaaaa-Rufe penetrieren oder dir 13,5 km am rechten Arm hängen. Bediene mal eine PC Maus mit zappelnden 13 kg am Handgelenk. Es ist zum verrückt Werden.

Ich habe immer noch die Stimme der Frau auf dem Spielplatz im Ohr „Was hast du denn? Du bist doch viel zu Hause, da hast du doch auch viel Zeit für Haushalt und so“.

Theoretisch schon. Praktisch auch. Wenn der Tag aber so aussieht, dass du circa 17 mal 30 Minuten lang jedes noch so winzige Legoaccessoire aufsammelst und in eine Kiste wirfst, nur damit der Zwerg im Anschluss freudestrahlend „oh jetzt haben wir Platz zum Spielen“ ruft und beidhändig die Kiste mit den Autos, Buntstiften und der Duploeisenbahn aus dem Regal zerrt und verteilt brichst du spätestens nach dem vierten Mal innerlich zusammen und dann sieht es halt aus wie es aussieht. Das Kind ist glücklich und du spielst mit dem Gedanken, die Bude im Anschluss einfach abzufackeln.

Klar ist es schön, viel Zeit zusammen zu verbringen. Nein, schön ist untertrieben. Es ist großartig. Es ist großartig nicht täglich den Wecker auf 6 Uhr stellen zu müssen, weil man spätestens um 7 in der Kita sein muss. Es ist großartig, nicht Familie, Freunde und Himmel und Hölle in Bewegung setzen zu müssen, wenn mal wer krank ist oder die Kita zu hat Es ist großartig, dein Kind so gut zu kennen, dass man Stimmungssumschwünge bemerkt BEVOR sie eskalieren.

An Tagen, wo der Vormittag frei ist, kann ich auch gepflegt selbst bis 9 mit ihm im Bett bleiben, dann erst mal noch gemütlich ein, zwei oder auch 4 Geschichten vorlesen, kuscheln, schmusen und unter der Decke Verstecken spielen. Das ist ein absoluter Luxus und dessen bin ich mir auch vollkommen bewusst. Es bedeutet aber auch: du hast keine Pause. Nie. Es sei denn, du bist gesegnet mit 3 Stunden Mittagsschlaf. Ein Zustand, den ich leider nie erfahren durfte. Und das schlaucht. Dich einfach mal 10 Minuten lang gedanklich gepflegt wegbeamen, einen Kaffee zu schlürfen und auf nichts und niemanden außer dir selber achten zu müssen, das fehlt sehr. Nach inzwischen also fast drei Jahren 24/7 Dauerbetreuung bin ich überaus dankbar für die vielen tollen Momente, für eine Bindung, die enger wohl nicht sein könnte, für ein Kind, das gesund, munter und bestens entwickelt ist, ich bin aber allmählich auch an dem Punkt, mir selbst einen Betreuungsplatz zu wünschen.

Wenn die Tage nämlich damit anfangen, dass es in Strömen regnet, im Wohnzimmer 2867 mal ein blauer Bagger eingefordert wird, du aber ganz genau weißt, dass der komplette Haushalt keinen einzigen blauen Bagger besitzt, und alle weiteren blauen Fahrzeuge des unermesslichen Fuhrparks mit einem schallenden „neiiiiiiiiiiiiin der blaue Baaaaaaaggggggger“ abgetan werden und nichts, rein gar nichts außer dem nicht existenten blauen Bagger die Lage entschärfen kann, wünschst du dir spätestens zum Mittagessen eine Delphintherapie. Bali, ich sag’s ja, Bali!

So schön die gemeinsame Zeit bisher also auch war, so sehr ich glaube, dass es für uns der richtige Weg war, ich mache drei Kreuze, wenn ab Sommer zumindest stundenweise wer anders den blauen Bagger sucht. Wie ich allerdings mit der neu gewonnenen Einsamkeit auf dem Klo zurecht kommen werde, bleibt abzuwarten.

Der blaue Bagger war im übrigen grün und hatte lediglich einen blauen Schriftzug an der Seite. Er stand vier Straßen weiter auf einen Baustelle.

Social Media, Kinder und Familie. Wie es klappen kann. Über das familiäre Pulverfass.

Social Media, Kinder und Familie. Wie es klappen kann. Über das familiäre Pulverfass.

Wie es passiert ist, ist mir schleierhaft, aber es ist passiert. Wir leben zeitgleich in zwei Welten.

Auf der einen Seite die Welt, wie sie schon immer war, in der ich meine Nachbarn grüße oder auch nicht. In der ich in den Supermarkt gehe, auf bekannte und auch fremde Menschen treffe, mich darüber freue oder mir meinen Teil eventuell auch denke, Sachen und die Hand nehmen kann und mit tatsächlichem Geld bezahle und echte, unverfälschte zwischenmenschliche Reaktionen von Angesicht zu Angesicht erlebe, bevor ich wieder nach Hause gehe.

Und dann ist da die virtuelle Welt. Die Welt, in der ich mich weder aus dem Schlafanzug schälen, noch vom Sofa wegbewegen muss und trotzdem alles bekomme und erfahre, was mir gerade unter den Nägeln brennt, in der die größte Geduldsprobe das langsame Internet ist und mir ansonsten das komplette Shopping- und Werbeangebot, das Wissen und Halbwissen der ganzen Welt zur Verfügung steht. Dies ist die Welt, in der niemand nach Schulnoten gefragt wird, um ein Geschäftsmodel aufzustellen, in der man ohne weiteres Kontakt zu Menschen auf der anderen Seite dieser Erde halten kann, oder ein einzigartiges Netzwerk zu Menschen aufbauen kann, die man in seiner realen Dorfwelt wohl niemals nicht kennengelernt hätte.

Das ist aber eben auch die Welt, in der alle zu allem eine Meinung haben, in der sich wahllos jeder selbst zum Experten für was auch immer ernennen kann, in der gepimpte Fotos als Realität verkauft werden und in der Hemmschwellen so niedrig sind wie nach 4 Eimer Sangria in Lloret de Mar.

Die zweite Seite der Medaille

Diese zweite Welt ist schillernd, spannend, unterhaltsam, lehrreich, aber in Teilen auch ziemlich krank.

Nun blogge ich ja bereits seit 6 Jahren, bin so ziemlich in sämtlichen sozialen Netzwerken mit einem oder zwei, drei Accounts vertreten und verbringe einen nicht kleinen Teil meiner Zeit damit, mich mit dieser Welt auseinanderzusetzen. Ich schätze den schnellen Austausch, das direkte Feedback, die einmalige Chance, schnell und unkompliziert mit Menschen in Kontakt zu kommen und nicht zuletzt natürlich auch, die Möglichkeit, den Kühlschrank Ende des Monats mit dem Erlös füllen zu können. Denn ja, das Netz ist eine großartige Plattform, um sich selbständig zu machen und Geld mit dem verdienen zu können, das man liebt.

Nun bietet diese Plattform aber auch jede Menge Raum, unangebrachte Inhalte zu vermitteln. Und damit meine ich nicht nur das ominöse Darknet, in dem ganz exorbitant kranke Dinge passieren.

Um das Faultier in Ice Age zu zitieren: „Menschen sind widerlich“.

Sicherlich nicht per se alle, aber es ist leider ein gar nicht so kleiner Prozentsatz, der online Facetten zeigt, die er/sie sich im echten Leben eher nicht zu zeigen trauen würde. Zumindest ist es mir noch nie bei Edeka an der Kasse passiert, dass mir jemand wildfremdes ungefragt ein Foto seines Genitals unter die Nase gehalten hätte mit den Worten „na? Lust?“

Das ist mir aber sehr wohl schon online passiert. Mehrfach. Nicht etwa auf dubiosen anrüchigen Webseiten, sondern auf den ganz normalen, handelsüblichen Plattformen wie WhatsApp, Facebook, Twitter und Instagram. Man kann zwar die ein oder andere Einstellung bearbeiten, aber am Ende hat man doch herzlich wenig Einfluss darauf, was einem zugeschickt und angezeigt wird.

Nun bin ich 40 und insgesamt nicht sonderlich zart besaitet. Ich habe also meine Wege, mit unangemessenen Inhalten umzugehen. Wäre ich 12 oder 15 und mitten in der Pubertät, sähe das aber vielleicht ganz anders aus.

Einer amerikanischen Studie zufolge liegt das Durchschnittsalter, in dem Kinder zum ersten Mal mit Pornografie und sonstigen für Kinder kompromittierenden Inhalten online in Berührung kommen bei 8 Jahren.

Acht Jahre. Mit 8 waren die einzigen Brüste, die mir regelmäßig entgegenstrahlten die Plastikwölbungen meiner Barbiepuppe. Das gewaltverherrlichendste Verhalten war, dass Nachbarskinder sich gegenseitig anstifteten, rote Minitierchen auf Vorgartenmauern zu zerquetschen, weil man damit malen konnte. Wir waren Kinder und durften auch noch sehr lange welche sein.

Ich bin sicherlich kein Vertreter der Fraktion früher war alles besser, ich bin auch kein Schwarzmaler, aber in dem Falle stelle ich tatsächlich immer wieder fest, dass diesen Luxus immer weniger Kinder haben und viele viel zu jung, viel zu häufig Bildern, Themen und Geschehnissen ausgesetzt werden, die ihnen nicht guttun.

Ich z.B. möchte nicht, dass unser Nachwuchs durch versehentliches Klicken auf eine Werbeanzeige am iPad Bilder, Filme und weiß Gott für Inhalte angezeigt bekommt, die definitiv nicht für ihn gedacht sind und seine kindliche Art im Keim ersticken. Genauso wenig möchte ich, dass er den Eindruck bekommt, es sei salonfähig, online wahllos zu mobben, Hasskommentare zu hinterlassen oder fremdenfeindliches Gewäsch zu posten. Das sind aber alles Dinge, die in sozialen Medien in einer derartigen Häufigkeit passieren, dass man selbst schon einer gewissen Abstumpfung unterlegen ist.

Wie also im Familienleben mit sozialen Medien umgehen?

Eine Möglichkeit wäre, ihm jegliche Art von Smartphone, Tablet und Internetnutzung vorzuenthalten oder gar zu verbieten. Aber seien wir mal ehrlich, das wird nicht funktionieren. Wir haben früher auch Wege gefunden, die Speckseiten der Bravo zu durchforsten, wenn unsere Eltern der Meinung waren, wir seien noch viel zu jung für das Magazin. Zugegeben, die Bravo war eine ganz andere Hausnummer als die heutigen Tiefen der Onlinewelt. Aber das Prinzip ist das gleiche. Was zu Hause verboten ist, sehen sie bei Freunden, auf dem Schulhof oder sonst wo. Kreativ sind sie ja, wenn es darum geht, mit den anderen mitzuhalten.

Soziale Medien und Online-Inhalte gehören inzwischen zu unserem Leben dazu und diese Entwicklung lässt sich auch nicht mehr aufhalten. Mir stellt sich also die Frage, wie ich als Mutter mein Kind auf diese zweite Welt vorbereite. Denn es ist für mich keine Frage „ob“ er damit in Berührung kommt, sondern „wann“.

Ein paar Zahlen

Laut Statista hatten 2017 bereits 4% der 6/7jährigen ein Smartphone. Bei den 12/13jährigen bereits 60%. Also selbst wenn man Wert darauflegt, seinen eigenen Kindern Smartphones erst zur Verfügung zu stellen, wenn sie in ihrem Entwicklungsstand soweit sind, mit der Nutzung umgehen zu können, wird es immer irgendwo mindestens eine Mutter, ein Vater eines befreundeten Kindes geben, die/der diesen Zeitpunkt ganz anders sieht, oder sich gar nicht erst Gedanken darüber macht. Fakt ist: selbst wenn sie kein eigenes Smartphone haben, werden sie beim Sport, in der Schule, in der Nachbarschaft damit konfrontiert. Und dann möchte ich, dass mein Kind weiß, wie es reagieren soll, wenn etwas Verstörendes dabei ist.

Auch wenn ich persönlich der Meinung bin, dass in diesem Alter Smartphones weder im Kinderzimmer noch in der Schule etwas verloren haben und auch nicht nachvollziehen kann, was der Beweggrund von Eltern ist, bereits 6jährige damit auszustatten, weiß ich, dass ich es nicht ändern kann. Ich kann nur den familieninternen Umgang damit beeinflussen.

Und das sehe ich so: Zur simplen Kommunikation tut es ein gutes altes Flip Phone auch. „Orten“ kann ich mein Kind, indem ich ihm beibringe, sich an Absprachen zu halten, es ggfs. selbst hin- und herfahre und ihm ansonsten vertraue. Fotos muss kein 6jähriger schießen und wenn doch, gibt es dafür super tolle Kinderkameras. Ganz ohne Instagramanbindung, völlig Oldschool und das ist auch gut so. Für mich steht fest: Kein Kind der Welt braucht ein eigenes Smartphone und damit einen unkontrollierten Freifahrtsschein in ein Fass ohne Boden. Diese Erkenntnis basiert auf 20 Jahren Ferienlager-/Lehramt- und eigener Onlineerfahrung.

Im Schnitt verbringen Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren circa 3 Stunden täglich mit sozialen Medien und die Eltern lassen es zu. Gleichzeitig unterschreiben sie aber Petitionen, dass G8 abgeschafft gehört, weil die Kinder „für nichts mehr Zeit“ mehr haben. Verzeiht mir die Wortwahl, aber da frage ich mich ernsthaft, ob sie den Knall nicht gehört haben.

Für jeden noch so kurzen Kinobesuch wird ein Babysitter engagiert, damit die lieben Kleinen in der echten Welt beschützt sind, aber den Schlüssel zur sturmfreien virtuellen Welt wird Ihnen zu Weihnachten in Glitzerpapier um den Hals gehängt.

Versteht mich nicht falsch, ich möchte soziale Medien nicht als Teufelszeug darstellen. Es können ganz fantastische Dinge dabei rumkommen. Unser Nachwuchs z.B., denn ohne Chat hätten der beste Mann von Welt und ich wohl nicht zueinander gefunden. Soziale Medien bieten aber halt auch jede Menge Potenzial zu sehr, sehr unschönen Konsequenzen. In Silicon Valley sitzen nämlich ziemlich clevere und gutbezahlte Menschen, deren einzige Aufgabe es ist, Nutzer noch länger und noch intensiver an eine Plattform zu binden, und das geht vor allem dadurch, die allgemeinen psychischen Schwächen des Menschen auszunutzen. Und ja, auch zu manipulieren. Die Folge ist, dass dem echten Leben immer weniger Aufmerksamkeit gewidmet wird und nach und nach die Virtual Reality zur gefühlten einzigen Reality wird. Blöd für den einzelnen, der dabei vereinsamt und/oder einen Selbstbewusstseinsknacks davonträgt, gut für die Unternehmen, weil Gelddruckmaschine.

Dazu kommt noch der Effekt „menno, will auch“. Pinterest, FB und Instagram überfluten die User mit Bildern von vermeintlich perfekten Leben, durchgestylten Kinderzimmern, Menschen, die um 5:30 Uhr nach angeblich 90 Minuten Spinning weder geschwitzt haben, noch einen verschmierten Lidstrich haben, oder Titelbildern von frisch entbundenen Müttern, mit einem Bauch so flach und definiert, dass man Wäsche drauf schrubben könnte.

Ich habe entbunden. Ich weiß wie ein Bauch nach einer Schwangerschaft aussieht. Jeder Bauch. Auch der von Kylie Jenner.

Die Frage ist, weiß ein Teenager das auch oder werden da langfristig Bilder und Ziele ins Hirn gebrannt, die nach realen Bedingungen gänzlich fern vom Stern sind? Ich bin sicherlich kein Experte auf diesem Gebiet und in Deutschland gibt es nach meinem aktuellen Kenntnisstand bislang auch recht wenig Untersuchungen oder Daten dazu. Im englischsprachigen Raum findet man deutlich mehr und da scheint sich tatsächlich abzuzeichnen, dass die Anstieg der psychischen Erkrankungen und Suizidraten bei Kindern und Jugendlichen ziemlich genau in den Zeitraum passt, in dem Snapchat, Instagram etc. an den Start gingen und rasant an Reichweite gewannen. Mag Zufall sein, vielleicht aber auch nicht.

Wie fundiert die Zahlen tatsächlich sind vermag ich nicht zu beurteilen, wundern würde es mich aber nicht. Ich behaupte von mir, mit einem sehr gesunden Selbstwertgefühl ausgestattet worden zu seid, und trotzdem… Obwohl ich mir ganz genau darüber im Klaren bin, dass weder Sport, noch Disziplin, noch Gene sondern einzig und alleine Photoshop für solche Bilder verantwortlich sind, erwische ich mich regelmäßig dabei, das eigene Leben mit den Hochglanzabbildungen zu vergleichen und oh Wunder im Anschluss nicht das Gefühl von glücklicher Vollkommenheit zu haben, sondern eher das eines nicht Mithalten Könnens. Man muss kein Jugendpsychologe sein, um zu erahnen, dass solche Gefühle bei Jugendlichen umso stärker auftreten können.

Trotzdem braucht man jetzt nicht panisch die Sau durchs Dorf zu treiben und lautstark das Abschalten aller w-Lans, Server und Internetanbieter zu fordern und Zuckerberg und Co. zum öffentlichen Teeren und Federn freigeben. Wir kehren ja auch nicht zurück zu Ochsenkutschen, weil die Unfallzahlen seit Einführung der Kraftfahrzeuge gestiegen sind. Es ist wie mit allen Neuentwicklungen: es braucht Zeit bis man Nutzen und Risiken abschätzen kann, und dann braucht es nochmal mehr Zeit, um aufzuklären, Regeln aufzustellen, Achtsamkeit und Aufmerksamkeit zu trainieren und ein gesundes Maß zu finden.  Das tun wir nicht, indem wir die Augen davor verschließen und den Kopf im Sand (oder im Display) vergraben, sondern indem wir uns mit dem Thema auseinandersetzen. Genauso wenig wie ich einem 12jährigen meinen Autoschlüssel gebe mit den Worten „achte auf den Verkehr und pass auf, es regnet“, ermögliche ich ihm auch einen nichtlimitierten Internetzugang im Kinderzimmer mit den Worten „aber mach keinen Unfug und geh rechtzeitig schlafen“.

Genau wie im Straßenverkehr müssen wir auch im Datenverkehr auf unsere Kinder aufpassen, sie anleiten, Regeln vermitteln und ihnen Verantwortungsbewusstsein mit auf den Weg geben.

Wie man das aber nun als Eltern schafft, dass der Nachwuchs nicht jede freie Sekunde an einem Gerät hängt, eventuell einen seelischen Knacks davon trägt und dem Eindruck unterliegt, für diese Welt nicht gut genug zu sein? Gar nicht so einfach, aber möglich!

Lernen am Modell.

Als allererstes sollte man sich als Eltern wohl an die eigene Nase greifen. Wie sieht das eigene Social Media Verhalten aus? Wie viel Zeit verbringe ich selbst vorm Bildschirm und wie viel Zeit davon in Anwesenheit der Kinder? Wie viel qualitativ hochwertige Zeit verbringe ich mit meinen Kindern? Weiß ich überhaupt, was sie interessiert, was sie online treiben und mit wem? Lebe ich vor, dass das Checken von Mails, Lesen von Nachrichten und Posten von Stories und Beiträgen wichtiger ist, als das hier und jetzt? Kommen die Nackenschmerzen vom Tragen der Kinder oder eher von der leicht devoten Candycrush-Haltung?

Wer so gar kein Gespür dafür hat, kann die Zeit per App messen lassen. Ich habe dafür auf meinem iPhone z.B. die App RealizD (kein gesponsorter Hinweis). Damit kann ich minutengenau nachvollziehen, wie viel Zeit ich am Handy verbracht habe. Fürs Protokoll: es ist erschreckend, wieviel über den Tag verteilt zusammenkommt! Guilty of Charge. Hier muss ich selbst auch noch ordentlich drosseln.

Gerätenutzung nach klaren Regeln

Kein Kind braucht ein eigenes Smartphone. Nicht mit 6, nicht mit 8 und auch nicht mit 13.

Das früheste Alter für mich wäre derzeit mit Sechzehn und auch dann nur in einem festgelegten Rahmen. Mein 2jähriger darf zwar auch bereits ans iPad, um Kinderkanal auf YouTube schauen oder zum Malen oder Memory Spielen, (man unterschätze niemals nicht die Macht des elektronischen Babysitters auf den mentalen Gesundheitszustand einer Mutter ohne Kitaplatz), aber es ist und bleibt MEIN iPad. Mein Gerät, meine Regeln. Wenn er mich deswegen doof findet, findet er mich halt doof. Das gehört zum Elterndasein dazu und muss ich aushalten können.

Wenn es mal so weit ist, tut es zur Kommunikation das gute alte Nokia 6530 auch und ansonsten gibt es die Nutzung von internetfähigen Geräten in Gemeinschaftsräumen, zu zivilen Uhrzeiten mit altersgerechter Kindersicherung und das auch noch zeitlich begrenzt. Freiheit und Vertrauen sind gut, Freiheit und Vertrauen in definierten Räumen sind im Falle von Minderjährigen aber besser.

Familiäre Bindung

Technischer Fortschritt und vernetzte Welt hin oder her, was Kinder primär brauchen ist Aufmerksamkeit, Zuneigung und das Gefühl, geliebt und wertgeschätzt zu werden. In echt. Nicht per Likes. Bekommen sie die Anerkennung nicht in ausreichendem Maß zu Hause, werden sie versuchen, sie sich woanders zu holen und online ist dafür der vermeintlich effektivste Weg.

Es führt also wohl kein Weg dran vorbei, selbst wesentlich öfter die Geräte weg zu packen und vermehrt Wert auf gemeinsame Zeit zu legen. Der Vorteil daran: wenn man Dinge unternimmt, die allen Spaß machen, hat auch gar nicht erst das Bedürfnis, ständig auf den Bildschirm zu starren.

Mehr Echtzeitspaß, mehr gemeinsame Aktivitäten, öfter zuhören, seltener belehren, dafür umso mehr miteinander reden, ich denke damit stehen die Chancen gut, den Nachwuchs langfristig nicht gänzlich an Bildschirme zu verlieren.

Man sollte allerdings auch nicht in blinden Aktionismus verfallen und alles kontrollieren und überwachen, was das Kind wann wie wo mit wem austauscht. Ein nicht ganz irrelevanter Teil des Erwachsen Werdens ist es ja auch, Selbständigkeit zu lernen, eigene Fehler machen und Erfahrungen sammeln zu dürfen. Allerdings den Rahmen dafür abzustecken, den Umgang einzuüben und das nötige Vertrauen zu schaffen, dass das Kind sich im Zweifelsfall traut, bei den Eltern Hilfe zu suchen, ist und bleibt aber die Aufgabe und Verantwortung der Eltern. Aus der Nummer kommen wir nicht raus.

Ihr Lieben, nun habe ich euch mit diesem Beitrag genug Zeit an Karfreitag geraubt. Ich lege die Geräte jetzt selbst weg und trainiere meine Memory-Fähigkeiten. Es ist nämlich etwas erniedrigend, zwar auf diversen Kanälen Hunderte von Followern mit Tipps und Tricks rund um Heim und Familie zu versorgen, aber regelmäßig von 2jährigen ausgelacht zu werden, weil man sich bei 16 Karten nicht merken kann, welches der zweite Fliegenpilz ist, der bereits 4 mal umgedreht wurde.

Habt einen wunderschönen Karfreitag, ein paar friedliche und entspannte Ostertage und genießt die Zeit offline.

Viele Grüße

Nadine

Habt ihr Interesse an weiteren Anregungen, wie man den Umgang mit sozialen Medien ins Familienleben integrieren kann und mit seinen Kinder egal welchen Alters ins Gespräch kommt? Hinterlasst mir gerne eure Fragen und Kommentare, ich hätte da noch einiges im Hinterkopf.

Weltfrauentag oder internationaler Tag der Scheinheiligkeit

Weltfrauentag oder internationaler Tag der Scheinheiligkeit

Da hat mich heute Nacht doch glatt eine E-Mail erreicht, warum ich gestern nichts zum Weltfrauentag gebloggt habe.

Nun, ich kann durchaus nachvollziehen, dass der ein oder anderen Person sehr viel an diesem Tag gelegen ist. Ich kann auch nachvollziehen, dass diesem Tag politisch, sozial- und gesellschaftskritisch ein hoher Grad an Aufmerksamkeit beigemessen wird. Und so lange es nach wie vor Ungleichheiten im Umgang mit Geschlechtern gibt, soll das auch bitte weiter passieren.

Nur ist es so, dass der Weltfrauentag für mich persönlich ziemlich die gleiche Gewichtung hat, wie der Welt Blowjob & Schnitzeltag oder der Welttag des Schneemanns (18.01. wen’s interessiert). Auf gut Deutsch gesagt: er könnte mir egaler nicht sein und deshalb sah ich auch keinen Anlass, darüber zu bloggen.

Vielleicht hatte ich bislang einfach nur Glück, dass ich bisher noch nie das Gefühl hatte, aufgrund meines Geschlechtes benachteiligt zu werden, vielleicht ist es aber auch der mir in die Wiege gelegten Physiognomie, dem Auftreten oder dem Fakt, dass ich zwischen Jungs aufgewachsen bin, geschuldet, dass ich mich in Männerkreisen recht gut behaupten kann, ich kann es nicht sagen. Ich weiß nur, dass ich selbst noch nie ein Problem diesbezüglich hatte und somit zu dem Thema herzlich wenig beitragen kann.

Die paar wenige Male, wo es mit viel Überdenken vielleicht eventuell ein Problem hätte werden können, hat es sich irgendwie rein instinktiv von allein erledigt.

Unsere abruzzischen Gipser z.B. haben an Tag 1 und 2 unserer Komplettsanierung noch nach dem „Chef des Hauses“ gefragt, bevor auch nur ein Arbeitsschritt getätigt wurde. An Tag 3 ist „Signora“ spontan die Hutschnur gerissen und sie hat mal kurz aber intensiv deutlich gemacht, wer vor Ort die Bauleitung inne hat und die Rechnungen zahlt. Schwupps hatte sich für die weiteren 4 Monate Bauzeit die Frage nach dem Mann des Hauses erledigt. Signora kann nämlich durchaus auf einer Baustelle voller Kerle für sich und die Familie sprechen und dafür sorgen, dass die Wünsche erfüllt werden, denn kurzum: keine zufriedene Bauherrin, keine Kohle. Basta. Spätestens da wird es auch dem abruzzischsten aller Gipser zu heikel.

Das gleiche Spielchen gab’s in abgewandelter Form mit dem Elektrikermeister und noch ein paar weiteren Gewerken, die austesten wollten, wie weit sie kommen. Nur fürs Protokoll: Es war nicht sehr weit.

Letztlich ist der Umgang mit Alltagschauvinismus für mich nichts anderes als der Umgang mit Kleinkindern. Es werden Grenzen ausgetestet. Frau hat die Wahl, es sich gefallen zu lassen, muss sich dann aber auch damit abfinden nicht sonderlich ernst genommen zu werden, oder sie wählt den Weg, es sich nicht gefallen zu lassen und verdeutlicht dem Gegenüber unmissverständlich, wo die Limits sind. Mancheiner lernt schneller, mancheiner langsamer, aber wenn Frau konsequent ist, hat sie sehr gute Chancen, dauerhaft aus der „schwaches Weibchen Nummer“ raus zu sein.

Bevor jetzt ein Aufschrei kommt, ich beziehe diese Aussage ausschließlich auf Alltagschauvinismus. Tätliche Übergriffe, Missbrauch und Gewalt sind selbstredend eine ganz andere Hausnummer, nicht dass mir jetzt jemand unterstellt, ich würde was verharmlosen wollen oder gar in die „selbst Schuld“-Kerbe hauen wollen. Solch ein Verhalten geht einfach nie, egal wie alt, egal welches Geschlecht, egal welcher Kulturkreis.

Relevanz vom Weltfrauentag hin oder her, Ich persönlich lege mehr wert darauf, dass in Schulen, Kindergärten, Erziehungseinrichtungen und zu Hause insgesamt aufgehört wird, den Mädels einzutrichternd, dass sie lieb, brav und hübsch zu sein haben, während jeglicher Testosteron-Quatsch mit „Jungs sind halt Jungs“ und einem Highfive abgetan wird.

Es spricht nichts dagegen, einem Kind ab und an mal zu sagen, dass es hübsch ist. Wenn die Söhne aber konsequent für ihre Leistungen gelobt und belohnt werden, die Töchter hingegen für ihre Locken, Augenbrauen oder niedliche Kleidchen, ist das in meinen Augen grotesk. Das eine ist nämlich ein Ansporn, innerlich zu wachsen, sich anzustrengen und sich zu entwickeln, und das andere sagt lediglich aus: mach dich hübsch und halt die Klappe.

Der wesentlich gesündere Weg wäre es, alle Kinder so zu behandeln, dass sie zu selbstbestimmten, sozialkompetenten, verantwortungsbewussten Menschen ranwachsen, denen es vielleicht irgendwann besser gelingt, die Widerwärtigkeiten der aktuellen erwachsenen Menschheit einzudämmen.

Das passiert aber sicherlich nicht, indem ein einziger von 365 Tagen durch die Medien getragen wird.

Gemessen am Rest der Welt ist das, was wir hier veranstalten nämlich in meinen Augen eine einzige Farce. 130 Millionen Mädchen weltweit haben nach wie vor keinen Zugang zu Schulen, zu medizinischer Versorgung noch viel weniger. Dass gerade wieder 100 Schülerinnen von Boko Haram entführt wurden, um sie entweder zu verkaufen oder als (Sex-)Sklavinnen zu halten, hat es nicht mal in der SZ über die Schlagzeile geschafft, dass sich die Drogerie Rossmann kurzfristig zu Ehren des Tages in Rossfrau umbenennt. Ja, man muss Prioritäten setzen, wenn es um Marketing und wirtschaftliche Interessen geht.

Bei der letzten Finanzierungsrunde der Globalen Bildungspartnerschaft (GPE) hielt sich Deutschland im direkten Vergleich der restlichen Geberländer auch mehr als bedeckt. Bildung als zentrales Thema klingt zwar immer gut, keiner würde widersprechen, dass ein Projekt, das zum Ziel hat, allen Kindern und Jugendlichen weltweit, egal ob männlich oder weiblich, den Weg zu einer schulischen Grundausbildung zu ermöglichen, eine gute Sache ist, wenn es dann aber drum geht, das Ganze zu finanzieren, lässt man mal lieber andere in die Bildungsfonds einzahlen.

Auch habe ich nur bedingtes Verständnis dafür, wenn in unseren Breitengraden der männlichen Bevölkerung die alleinige Schuld für Ungleichheiten zugewiesen wird. In großen Teilen propagieren wir Frauen den Unfug doch selbst.

Gefühlte 90% aller mir bekannten weiblichen Instagramaccounts bestehen aus Spiegelselfies, Make-Up-Tutorials, Dekoschickschnack und Diättipps. Tiefgang haben in der Regel nur die Quietscheenten der inszenierten und gestylten Kinder in der Badewanne.

Begrifflichkeiten wie Mompreneur oder Girlboss verdeutlichen in meinen Augen den Unfug noch. Frau möchte zwar gleich sein, aber bitte nicht so gleich, sich schlicht nur Boss oder Unternehmerin zu nennen. Das genderspezifische „Besondere“ muss da schon nochmal hervorgehoben werden. Wir sind zwar alle gleich, aber manche halt noch ein bisschen gleicher. Kein Mann würde je auf die Idee kommen, sich Dadpreneur oder Boyboss zu nennen. Und selbst wenn, wage ich zu bezweifeln, dass ihn beruflich damit jemand ernst nehmen würde. Warum sollte es den Frauen damit anders ergehen?

So lange wir nicht selbst aufhören, uns regelmäßig über BMI und Lidstrich zu definieren, kleine Babymädchen in bescheuerte Blumen-Kopfbänder, rosa Rüschenkleidchen und Lackschühchen zu zwängen statt in bequeme Spielkleidung, wird sich an dem Problem nichts tun.

Aber gut, ich bin sowieso der Meinung, dass wir kein Genderproblem haben sondern ein generelles Zwischenmenschlichkeitsproblem! Nur als kleine Info am Rande: Suizid nimmt den zweiten Platz der häufigsten Todesursachen bei Kindern und Jugendlichen bis 25 Jahren ein. Sowohl bei Jungs als auch bei Mädchen. Das ist sicherlich nicht einer Gesellschaft geschuldet, die den Fokus auf gegenseitigen Respekt, Achtsamkeit, Aufmerksamkeit, Selbstwertgefühl und mentale Gesundheit legt. In einer solchen Gesellschaft würde nämlich weder Gender, noch Aussehen, noch Religion, noch sexuelle Orientierung oder Herkunft eine Rolle spielen, sondern schlichtweg der Fakt, dass wir alle Menschen sind und bislang nur den einen Planeten zum Leben haben.

Und deswegen kann ich es nur nochmal wiederholen: mir persönlich könnte dieser eine Tag egaler nicht sein. Was für mich zählt, ist das Verhalten an den restlichen 364 Tagen, denn nur so wird langfristig ein Schuh draus.

Viele Grüße

Nadine

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Eigentlich sollte der Anfangssatz dieses Beitrages lauten „das Schöne am Hause T. ist der Garten“. Nun soll man ja aber nicht lügen. Das Schöne am Hause T. ist lediglich die Tatsache, dass es über einen Garten verfügt. Der Garten selbst ist derzeit eher ein...

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Huch, schon wieder ein Monat um. Das Schöne daran ist, dass es neue Fragen von luziapimpinella gibt. Hier meine Antworten. 1. Mit welchen berühmten Persönlichkeiten würdest du gerne mal eine wilde Party feiern?{Kein Partytyp zu sein und nicht zu feiern, gilt übrigens...

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Wie sehr habe ich es mir immer gewünscht, einen Garten direkt am Haus zu haben! Aufgewachsen bin ich in einer überschaubaren Wohnung in der Vorstadt von Luxemburg. Die Wohnung war super, ich hatte ein eigenes Zimmer, es gab einen Keller, eine Garage, Balkon vorne,...

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#fünffragenamfünften – die MÄRZ 2018 Edition

luziapimpinella fragt, ich antworte. Auch im März. 1. Wenn du ein Gericht zum Essen wärst, was wärst du dann? Aktuell wohl eine Maultasche. „Mir ist kalt. Ich bin müde. Ich hab Hunger. Mir ist kalt. Kackwinter, ich will Frühling. Mir ist kalt. Ich bin müde. Ich hab...

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