Manchmal muss man auch mal improvisieren. Ohne jetzt Bilder in irgendwelche Köpfe bringen zu wollen, aber mich plagt seit Tagen der Magen, so dass im Hause T. statt Osterhasen derzeit eher Schonkost angesagt ist. Wie gut, dass eh noch Fastenzeit ist, da hat es sogar fast etwas Gutes. Nun ist Zwieback aber einfach nicht so meins, es sei denn, es ist eine Schicht Zucker mit Kokosflocken oder daumendick Nutella drauf, also musste eine andere Idee her. Entstanden ist dabei ungeplanterweise eine Gemüsesuppe mit Süßkartoffeln und Quinoa.

Der Kühlschrank gab glücklicherweise noch einiges an Gemüseresten her. Die hat der Mann des Hauses kurzerhand völlig wahllos in den Thermomix geworfen und geschaut, was der Kühlschrank sonst noch für Reste hergab. Denn nur Gemüsesuppe ist halt dann doch… nunja, Gemüsesuppe halt. Sagen wir mal so, mit einem Steak würde man mich glücklicher machen.

Als er dann aber auch noch eine Portion vorgekochten Quinoa von vor ein paar Tagen dazu auf den Tisch stellte, habe ich kurzzeitig an seinem Verstand gezweifelt.

Heidewitzka lag ich falsch!

In diesem Falle muss ich tatsächlich zugeben, je niedriger die anfängliche Erwartungshaltung war, umso positiver die Überraschung am Ende! Hut ab, völlige Improvisation aber das Gemüsesüppchen war eins der besten, die ich seit langem gegessen habe, trotz Magenverstimmung und mäßigem Appetit. Wirklich extrem lecker.

Da teile ich das „Rezept“ insofern man es so nennen kann, doch sehr gern mit euch.

Die Zutaten, die letztlich im Topf gelandet sind, waren recht überschaubar:

  • 3-4 Möhren
  • 1 großer Kohlrabi
  • 1 Zucchini
  • 1/2 große Süßkartoffel
  • circa 1/5 Liter Wasser (lieber mit weniger anfangen und dann nach dem Pürieren auffüllen)
  • ein großer Löffel selbstgemachte Gemüsebrühepaste (auch aus dem Thermomix, aber jede normale Brühe tut’s auch)
  • ein Teelöffel von einem Rest Bärlauchpesto
  • Rest Quinoa vom Vortag

Wir sind zwar im glücklichen Besitz eines Thermomixes, was die Herstellung von Gemüsebrühenpaste und Bärlauchpesto schon um einiges vereinfacht, da das Teil aber auch nichts anderes macht als schreddern und heizen, schafft man beides mit dem altbewährten Kochtopf und Mixstab oder Standmixer vermutlich aber auch.

Das Gemüse kochte circa 20 Minuten in der Brühe und wurde danach nach Gusto püriert. Der Vorteil vom Quinoa frisch aus dem Kühlschrank ist nicht zu leugnen. Rieselt man ihn nämlich erst nach dem Servieren in die heiße Suppe rein, kann man ganz ohne Zunge verbrennen sofort reinhauen.

Fazit: Selbst das zweijährige Kostverächterle hat’s freudig gegessen. Dass der erste Probierlöffel nur unter Protest und Dank elterlicher Erpressung in ihm landete, hatte nix zu bedeuten, er forderte sich nämlich umgehend sogar eine komplette eigene Portion ein. Ich würde sagen, es war ein Erfolg.

Guten Hunger,

Nadine