Aber wir haben doch den 7.?! Nunja, wir wollen mal nicht so kleinlich sein. Erstens ist es die allererste Runde von der neuen Monatskolumne von Luzia Pimpinella und zweitens steckt dieser Blog ja auch erst in den Kinderschuhen und ich muss mal schauen, was ich wann wie schaffe, zu veröffentlichen und was nicht.

Aber die Idee mit den fünf Fragen finde ich per se schon mal großartig, deshalb mache ich doch glatt mal mit. Wenn auch 2 Tage zu spät.

1. Wann hast du das letzte Mal einen verrückten Traum gehabt?

Ich bin mir ziemlich sicher, heute Nacht. Ich bin nämlich irgendwann aufgewacht und der erste Gedanke war „what the fuck?!!“, aber dann bin ich wieder eingeschlafen und als ich erneut wach wurde, war die Erinnerung weg.

Tatsächlich ist es aber in 90% der Fälle so, dass meine Träume absolut fern vom Stern sind. Meist kann ich mich allerdings nur Bruchteile von Sekunden dran erinnern und dann ist es auch schon wieder weg. Was mir aber spontan einfällt ist, dass ich mich mal mit einem Solarbügeleisen aus der Grotte einer Iglupyramide befreien musste. Ich musste also ganz mathematisch vorgehen und Winkel berechnen (ich und Mathe, ja nee ist klar), wie ich am schnellsten mit am wenigsten Energieverbrauch ein kleines Loch nach außen hinkriege, dass die Sonne durchscheinen kann, sich das Solarbügeleisen wieder auflädt und ich mir dem Ausgang freibügeln kann…

Wahrscheinlich ist der Traum mir deshalb in Erinnerung geblieben, weil ich ihn als späte Rache von Herrn Weiler, Mathe 5. – 9. Klasse einstufe (ich zitiere „irgendwann wirst du es brauchen und an mich denken“) und Bügeln vom Begeisterungsfaktor her gleich hinter verstopften Abfluss Freikratzen kommt. Zu Herrn Weilers Ehren muss ich aber zugeben, von meinen Trillionen Lehrern ist er tatsächlich einer der wenigen, an den ich immer mal wieder denke, denn im Kern ist er ein echt guter Typ, aber auch nach 25 Jahren kann ich sagen: das Zeug, was er mir in 4 Jahren vergeblich versucht hat, beizubringen, habe ich im realen Leben tatsächlich noch nie gebraucht. Sorry for not being sorry.

2. Bist du heute so, wie du es dir mit 16 vorgestellt hast?

Ich habe ehrlich gesagt nicht mehr den Hauch einer Ahnung, was ich mir mit 16 vorgestellt hab, ich glaube aber, es war herzlich wenig. Mit 16 war ich primär damit beschäftigt, auf die Ferien zu warten und das Taschengeld aufzubessern, um jedes noch so entlegene Dorffest mitnehmen zu können und Rock am Ring und Werchter Tickets bezahlen zu können. Ich gehöre aber auch heute noch nicht zur Sorte Mensch, die sich ihre Zukunft in bunten Bildern ausmalt. Ich laufe mehr so mit dem Flow und greife das auf, was sich ergibt.

Das war in den letzten 24 Jahren ein durchaus holpriger Weg, bisweilen ruppig, voller Höhen und mindestens genau so vieler Tiefen, aber es war, um es mal flapsig auszudrücken eine recht geile Zeit. Ich habe in zwei tollen, und zwei eher mitteltollen Städten gelebt, habe Menschen kennengelernt, die mich extrem beflügelt haben, habe Menschen kennengelernt, die mir auch heute noch eher nicht vors Auto laufen sollten, aber alles in allem, bereue ich nichts. Denn in der Regel konnte ich selbst in der tiefsten Sch. noch einen Hauch Glitzer finden.

Insofern ist glaube ich mein 16jähriges Ich nicht ganz unzufrieden mit ihrem Älter-Ego.

Alles in allem hat es mich nämlich herzlich gut getroffen, ich glaube viel anders hätte ich es mir nicht gewünscht. Und da ich auch heute noch Lachflashs bekomme, wenn wer Pupsgeräusche macht, oder eine Wolke wie ein Stinkefinger aussieht, bin ich mit fast 40 von meinem 16jährigen Ich gar nicht so weit entfernt. Nur Campino, den finde ich 24 Jahre später unerträglich.

3. Gibt es etwas, das du am alt werden richtig gut findest?

„Das Schöne am alt werden ist die steigende Anzahl derer, die dich am Arsch lecken können.“
Wer diesen Satz geprägt hat, weiß ich leider nicht mehr exakt, ich meine ihn von Kulenkampff gehört zu haben, bin mir aber nicht mehr zu 100 Prozent sicher. Auf jeden Fall ist es schon sehr lange her, aber ich finde ihn nach wie vor großartig, heute vielleicht sogar mehr denn je.

Ich habe zwar schon immer irgendwie mein eigenes Ding gemacht, aber die Meinung anderer hat mich in jüngeren Jahren doch wesentlich mehr beschäftigt. Da kann ich tatsächlich guten Gewissens sagen: das ist definitiv nicht mehr der Fall und ist echt ein ziemlich gutes Gefühl.

Was ich auch noch richtig gut finde: es ist plötzlich wieder völlig legitim, vor 22 Uhr ins Bett zu gehen, auch an Silvester. Einziger Unterschied: während damals die 16jährige Peergroup dich dafür wochenlang aufgezogen hat, wirft dir heute dafür die ü40jährige Peergroup neidende Blicke zu. Ich würde sagen, alles richtig gemacht, wobei wenn ich genauer drüber nachdenke…

4. Welcher Geruch verursacht bei dir Kindheitserinnerungen?

Mustela. Mustela war das Windex meiner Mutter (My Big Greek Wedding Schauer erinnern sich). Neurodermitis: mach Mustela drauf. Schürfwunde: mach Mustela drauf. Sonnenbrand: mach Mustela drauf.

Und.es.half.immer.

Auch wenn das Zeug in Deutschland seltener zu bekommen ist, als Teile des Bersteinzimmers, habe ich immer eine Flasche hier stehen. Andere schmuggeln Geld, Benzin und Zigaretten aus Luxemburg raus, ich Babylotion und Côte d’Or Bouchées.

Aber eins ist sicher, während ich es meinem Sohn auf seinen Kratzer schmier, bin ich unmittelbar selbst wieder drei.

5. Welche übernatürliche Superkraft hättest du gern?

Oh Gott, nun kommt der schwarze Fleck auf meiner Seele hervor.

Ich würde gerne, und ich schäme mich nicht im geringsten dafür, per Gedanken Menschen klitzekleine Stromstöße verpassen können. Beim Aldi an der Kasse, wenn die vor dir mit dem Handy am Ohr völlig überrascht ist, dass sie am Ende des Laufbandes zahlen muss und erstmal 3 Minuten einhändig in der Handtasche wühlt, statt aufzulegen: pritzel!

Wenn du bereits mit 120 durch die 100er Baustelle fährst und der Audi in deinem Kofferraum denkt, du würdest seine Lichthupe noch sehen, wenn er schon in deiner Stosstange klebt: pritzel!

Wenn dir die Mutter auf dem Spielplatz erzählt, dass der Sohn heute Nacht noch gebrochen hat, jetzt aber unbedingt mal ein wenig raus wollte, während er einen Keks mit deinem Kind teilt: pritzel, pritzel, pritzel!!!

Oh, was würde ich gern pritzeln können…

Und es wäre so vielseitig einsetzbar… z.B. wenn Donnie Douchebag das Handy zum Twittern erhebt oder Höcke egal wo den Mund aufmacht.

Hach ja. Teleportieren wäre zwar auch ne ziemlich coole Nummer, aber ich glaube, mit Pritzeln hätte die Welt langfristig mehr von mir.

Liebe Nic, vielen Dank für die Fragen, ich freue mich auf nächsten Monat!

Viele Grüße

Nadine

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