[enthält unbezahlte Werbung] Der T.sche Garten muss kinderfreundlich werden habe ich mir gedacht. Nicht, dass Kinder, insbesondere die männliche Sorte, nicht einen Heidenspaß in einem Sammelsurium aus Matsch, Dreck, Schutz und Asche hätten, aber das Schlafverhalten des Nachwuchses ließ verheissen, dass mehr Bewegung und ein Müdemachobjekt sicherlich kein Fehler seien.

Nun ist nur leider der T.sche Haushalt, insbesondere ich, latent medizinisch vorgeschädigt. Mich erreichten im Verlauf der letzten Jahre wohl ein paar zu viele Bilder von komisch verzerrten Gliedmaßen, die zwischen Sprungfedern hervorlugten. Ich war also zugegebenermaßen etwas hin- und hergerissen, ob die Anschaffung eines Trampolins eine gute oder eher suboptimale Idee ist. Einerseits erinnerte ich mich daran, als Kind selbst einen Mordsspass in den ranzigen, touristischen Trampolinparks an der Adria gehabt zu haben, andererseits wusste ich aber auch, dass die Zahlen in den Kindernotaufnahmen explodiert sind seit jeder Garten sein eigenes Sprungtuch beherbergt und fand an sich, dass die Arme, Beine und Knöchel des Nachwuchses keiner Verformung jeglicher Art bedürfen. Aber da war halt auch die Sache mit dem Spaß (und dem Müdemachen nicht zu vergessen…).

Kurzum: die Aussicht auf ein müdes Kind hat trotz aller Gegenargumente gewonnen und ein Trampolin zog im T.schen Garten ein.

Nun ist da aber noch dieses klitzekleine Problem, dass die Teile einfach hässlich sind. Exorbitant fulminant hässlich um genau zu sein. Wenn ich auf etwas nicht von meinem Wohnzimmer aus schauen möchte, dann auf ein metallisches Rippengestell, das wie ein Kindergefängnis über dem Boden thront während unten drunter entweder alles Grüne völlig ungeniert wuchert oder aber komplett eingeht und lediglich eine traurige braune Steppe hinterlässt. Es reicht, dass uns genau jenes Bild aus beiden Nachbarsgärten entgegenstrahlt, da brauche ich es unmittelbar am eigenen Wohnzimmerfenste nicht zwingend.

Um es in den Worten unserer ehemaligen Vermieterin zu sagen: „es stört mein optisches Empfinden“.

Nun hatten wir im hinteren Bereich des Garten bereits vor Jahren x morsche Bäume fällen lassen. Da daran aber alles morsch war außer der Wurzeln, konnten wir uns bislang nicht dazu motivieren, das Teilstück umzugraben und hofften darauf, dass es sich einfach von alleine hübsch macht.

Lange Rede kurzer Sinn: tat es nicht. Efeu, Disteln, wilde Brombeeren eroberten die Oberfläche und ließen sie zumindest grün erscheinen, wenn ansonsten auch nicht im Ansatz ansehnlich. Gestapelte Wegplatten und sonstiger Schrott verschwanden nach und nach zwischen dem Gestrüpp und ich muss gestehen, dass auf Dauer ein zerfleddertes, rostiges Trampolin vermutlich sogar der schönere Anblick gewesen wär.

Aber wer mag schon hässlich gegen hässlich austauschen und so wuchs die Idee, zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und das Umgraben der Fläche mit dem Bau eines bodengleichen Trampolins zu koppeln.

Mehrere Gründe sprachen aus meiner Sicht dafür:

– Barrierefreiheit: auch kleine Kinder können problemlos drauf und und wieder runter, ohne Sturzgefahr. Gleiches gilt für gänzlich unsportliche Eltern.

– Vermeidung eines Kinderkäfigs: wenn sie mit nur einem Schritt runter können, ist es einfacher, die „es hüpfen maximal 2 zeitgleich, bei Kunststücken nur eins“-Regel durchzusetzen.

– Optik: es ist einfach schöner. Exhibit A:

Die Wahl fiel nach einigen Recherchen auf das Berg Flatground 3,80 Meter in grün. Selbstgekauft und (leider) in keiner Weise gesponsert, wenn man mal vom großelterlichen Zuschuss zum Kindergeburtstag absieht. Die Farbe: Grün. Nicht etwa, weil es so schön wär, sondern weil grau in 3,80 Meter ausverkauft war und der Mann die Scheidung eingereicht hätte, wenn er die Grube in 4,30 Meter Durchmesser hätte ausgraben müssen, nur damit ich auf eine graue Umrandung schaue statt einer grünen.

Das Berg Flatground ist ein Sporttrampolin und verzichtet somit bewusst auf ein Netz. Für Sportsprünge werden nämlich Rand und Anlauf gebraucht und ein Netz wäre dafür hinderlich. Deswegen ist es auch nicht optional erhältlich. Es gibt schlichtweg keins bei diesem Model. Mag den einen stören, den anderen nicht, wir haben uns damit arrangiert. Denn Sicherheitsaspekt hin oder her, bis unser 15 kg Zwerg so viel Sprungkraft aufbringt, dass er sich von dem Teil runterkatapultieren könnte, haben wir noch etwas Zeit, abzuwägen, ob wir doch noch Fallschutzmatten oder ein Netz in Eigenregie ergänzen. Bis dahin geht‘s aber erstmal ohne.

Das bodengleiche Trampolin besteht anders als die normalen nur aus einem circa 12 cm hohen Ring, der in den Boden eingegraben wird, hat ansonsten kein Gestell, braucht aber trotzdem eine 1 Meter Tiefe Grube, damit das Sprungtuch genug Luft zum Einsacken hat. Das zulässige Maximalgewicht des Springers liegt bei 120 kg und die statische Belastung, z.B. wie durch Schnee z.B. liegt bei 500 kg.

120 kg mag dem ein oder anderen recht wenig vorkommen, ist aber für ein Familientrampolin ein sehr guter Kompromiss. Sprungtücher, die bis 150 oder gar 180 kg gehen, sind nämlich so stramm, dass leichtere Springer gar nicht vernünftig springen können, weil ihnen einfach die Masse fehlt, um das Tuch zum Schwingen zu bringen. Andererseits kann aber auch ein 130 kg Mensch auf ein 120 kg Tuch, er sollte dann nur nicht mit voller Wucht und maximalem Körpereinsatz drauf rum hüpfen. Die Angaben beziehen sich ja auf die maximale Punktbelastung beim Sprung, die statische Belastung ist um ein Vielfaches höher, so dass es kein Thema ist, wenn auch mal ein schwererer Erwachsener mit drauf steht oder sitzt.

Eine Besonderheit der Berg Trampoline sind die v-Förmig angeordneten Sprungfedern. Einerseits ermöglicht dieses System die doppelte Menge Federn auf gleichem Raum und andererseits sind die Federn länger, ohne dass es auf Kosten der Größe des Netzes ginge. Beides wirkt sich positiv auf den Schwung des Netzes aus. Kann ich bestätigen, es quietscht nichts, es wackelt nichts und es lässt sich wirklich super drauf rumspringen, auch mit meinem elfengleichen Engelsgewicht *hust*.

Die Lieferung erfolgte per Spedition in zwei Kartons. Einer enthielt die gepolsterte Randabdeckung (mit einer Hand hebbar) der andere mit dem kompletten Rest. 92 kg Rest.

Das Kopfkratzen war tatsächlich eine Mutter-Sohn-Gemeinschaftsaktion. Denn das Teil mal eben alleine in den Garten wuchten war nicht, der Mann des Hauses dummerweise aber beim Arbeiten. Einer muss das Teil schließlich ja finanzieren.

Nun hatten aber weder Sohn noch Mutter auch nur im Ansatz Geduld, zu warten bis Papa nach Hause kam. Also haben wir den Karton kurzerhand aufgemacht und die einzelnen Teile hinters Haus geschafft. Das ging mühelos. Selbst für den damals noch Zweijährigen.

Der Zusammenbau ist denkbar einfach und die Beschreibung gut verständlich und anständig bebildert. Die 8 Rahmenteile hatte ich ohne Hilfe bzw. mit Hilfe des Nachwuchses (oder wie nennt man unkoordiniertes zwischen den Beinen Rumwuseln nochmal?)  in circa 10-15 Minuten zusammengeschraubt. Das Netz mit 108 Sprungfedern war dann etwas später mit zwei Leuten in weniger als einer halben Stunde montiert. Einzig die Befestigung der Abdeckung benötigt japanische Kinderhände mit 30jähriger Origamiausbildung. Das war echter Fummelmist um den Nippel durch die Lasche zu bekommen, aber Gott sei Dank nur 8 und keine 108 Mal. Nach dem Dritten ging es zwar bereits deutlich besser, da hatte ich so langsam den Dreh raus, angenehm war‘s trotzdem nicht.

Bleibt die Sache mit der Grube. 10 Kubik Aushub erledigen sich nicht mal eben von allein. In unserem Fall dauerte es händisch, ja, mit Spaten und so, knappe zwei Wochen, wobei wir immer nur recht wenig Zeit am Stück pro Tag hatten. Dafür aber Himmel sei Dank einen extrem motivierten Helfer im Freundeskreis, sonst wäre die Grube heute wohl noch nicht ausgehoben. Von der fehlenden Muskelkraft meinerseits möchte ich nämlich gar nicht erst anfangen. Ein kleiner Bagger ist in dem Falle definitiv ratsam. Mit Zeit, Geduld, Elan und zwei, drei motivierten und sportlichen Kerlen ist es aber auch ohne Bagger in 2-3 Tagen schaffbar, sofern nicht wie bei uns Wurzeln aus der Hölle und Teile der Buntsandsteinhöhlen auftauchen.

Hat sich der Aufwand gelohnt? Definitiv. Der Zwerg hat nen Mordsspass und die grobmotorischen Hopsversuche von Vater und Mutter sind fester Bestandteil des Entertainmentprogramms der Balkon-Raucherpause unserer benachbarten Studenten-WG. Selbst der Rasen ist inzwischen drum herum angegangen, der Anblick des hinteren Teilstücks des Gartens ruft also beweisen nicht mehr unmittelbar Augenkrebs hervor, wie in Exhibit A zu bewundern ist.

Auch heute, nach knapp einem Jahr im Einsatz, kann ich das Projekt wirklich zur Nachahmung empfehlen. Meine Vermutung, dass die Kinder viel schneller runter gehen, wenn sie müde sind, was essen oder trinken wollen oder ein anderes Kind mal etwas wilder hüpft, hat sich voll bestätigt. Ein Auffangnetz haben wir selbst mit neuen Nachbarn mit älterem und durchaus sportbegeistertem Nachwuchs bisher nicht vermisst und der Anblick ist wirklich sehr gut zu ertragen.

Einziges Wehwehchen: wir mussten das Netz dieses WE mal komplett abbauen, denn wer hätte es gedacht, Brombeeren fühlen sich äußerst wohl in einer lichtschwachen Sandgrube. Bevor sich die Zwerge also beim Hüpfen Dornen einfangen, haben wir das Loch nochmal von dem Höllenkraut befreit und eine durchlöcherte Poolfolie reingelegt. Ein Unkrautvlies tut es vermutlich auch, aber da der Baumarkt nur 1 Meter breite Streifen hatte, wurde es bei uns eben die Poolfolie. Der fließende Übergang vom Trampolin zum Pool ist sozusagen schon dezent eingeläutet. Sollte das Teil also in ein paar Jahren ausgedient haben… ich hätte da bereits eine Idee für die Verwertbarkeit des Riesenlochs. Ganz uneigennützig natürlich…

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?