Jetzt ist es soweit…sehen wir den Tatsachen ins Auge, ab jetzt gibt es nur noch zwei Wege: entweder es kann nur besser werden oder aber wir sind gnadenlos dem Untergang geweiht. Wie ich am Montag durch die Nachrichten erfuhr, ist die Hektik und der Wahnsinn der modernen Welt jetzt auch in der Eifel angekommen. In der Eifel! Einem Fleckchen Erde, das maßgeblich von Schafen und Grün bevölkert ist, an dem ansonsten viel von Nichts herrscht und das idyllischer nicht sein könnte.

Ein 30jähriger Mann war zum Sonntagabend mit seiner Freundin und dem Baby in Hetzerath im Auto unterwegs. An einem geschlossenen Bahnübergang scherte er unvermittelt aus, zog an drei wartenden Fahrzeugen vorbei und überquerte bei rotem Signallicht die Gleise durch die geschlossene Halbschranke. Die Begründung: er sei von der Wartezeit genervt gewesen.

Entschuldigt die Wortwahl, aber leck mich am Ärmel. Da rauschen mal eben 70 bis 90 Tonnen mit ca. 100 km/h auf dich zu und du fährst mit Frau und Kind an Bord durch eine geschlossene Schranke, weil du genervt vom Warten bist?

IN DER EIFEL??

Versteht mich nicht falsch, nichts gegen die Eifel! Es ist ein wunderbares Fleckchen Welt, mit ganz reizenden Menschen, einer traumhaften Landschaft, kulturhistorisch extrem interessant, aber es ist die Eifel! Preußisch Sibirien. Das Fleckchen Welt, das erst 1865 an den Schienenverkehr angeschlossen wurde. Zu einem Zeitpunkt, als der Zug der Industrialisierung längst abgefahren war, in dem Fall sogar ganz ohne Schienen. Das Fleckchen, was auch heute noch maßgeblich das ist, was es zu Zeiten der Römer war: Wiesen, Felder, Wälder, Flüsse und Seen…also Tiefenentspannung pur. Ein Ort, an den man sich zurückzieht, um zur Ruhe zu kommen, abzuschalten vom hektischen Alltag und Weib, Wein und Gesang zu frönen.

Wenn es einen Platz gibt, an dem die Zeit still steht, dann ist es für mein Empfinden genau dort. Bzw. war es. Bis zu dieser Meldung.

Ich gebe zu, mein kleines Weltbild ist tatsächlich im Kern erschüttert. Wenn nun schon Eifelaner derart unter Strom stehen, dass sie eher das Auslöschen der ganzen Familie in Kauf nehmen, als ein paar Minuten vor einer geschlossenen Schranke zu warten, sehe ich für die Menschheit keine große Hoffnung mehr.

Der Held der Geschichte ist im übrigen der Bahnfahrer. Der hat nämlich ordentlich abgebremst und den Crash gerade so verhindert. Frau und Baby blieben also unversehrt. Was mit dem Typen geschah? Ich weiß es nicht, die Bahn hat ihn mal nicht getötet, aber wäre ich seine Frau…ich glaube nicht, dass er den Abend überlebt hätte.

In diesem Sinne, habt einen schönen Tag und entspannt euch. Denn auch wenn das Kind auf der Rücksitzbank schreit wie abgestochen oder der Windelinhalt schon die Ohrläppchen berührt, Anwärter auf den Darwin Award 2018 zu sein, ist nicht sooo erstrebenswert. Auch nicht in der Eifel.

Viele Grüße

Nadine

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