Schwups ist er dahin der Januar. Und hinterlassen hat er ein großes schwarzes Loch auf den Kontoauszügen.

Auch wenn man es Jahr um Jahr weiß, Dezember und Januar sind finanztechnisch die Hölle. Gefühlt jeder möchte Geld. Von der KfZ-Steuer, über Versicherungen, von Abwasser zu Grundsteuer, über sonstige jährliche Rechnungen…jeder klopft an die Tür und will sein Scheibchen abhaben.

Wir legen natürlich den Rest den Jahres monatlich was beiseite, so dass es uns dann nicht ganz so brutal trifft. Schließlich weiß man ja, dass die beiden Monate kommen, aber wenn sie dann erst mal rum sind und man auf den Kontoauszug schaut, fühlt man sich trotzdem wie ein ausgewrungener Waschlappen oder eine gemolkene Kuh.

Deshalb und weil ja in diesem Jahr auch unsere Mehr Als Genug Challenge läuft, starte ich ein neues Experiment: die 7-Tage-Haushaltssperre.

Ja, ich friere mein komplettes Budget für 7 Tage ein. Mal schauen, ob ich es hinkriege, einmal pro Monat über einen Zeitraum von 7 Tagen rein gar kein Geld auszugeben. Keins. Null. Zero. Nichts.

Keine Brezel beim Bäcker, kein Wocheneinkauf, kein Eisessen, einfach nix. Es sei denn, das Leben hängt akut davon ab. Denn hat das Kind 40 Fieber und es ist kein Nurofen mehr im Haus, geht’s natürlich in die Apotheke, aber die obligatorische angeleckte, sandpanierte Spielplatz-Brezel z.B. ist einfach nur ein nettes Extra auf das man ganz sicher 7 Tage verzichten kann, ohne akut entzügig zu werden.

Mit Kleinstbeträgen den Familienurlaub sichern?

Wir geben im Schnitt pro Woche mind. 100€ nur für den Haushalt aus. Überlegt mal, was da übers Jahr zusammenkommt! Wenn man es schafft, sich einmal pro Monat für 7 Tage zusammenzureißen, mit dem zu wirtschaften, was da ist und sich die kleinen Extras nebenbei zu sparen, kann man sich locker am Ende des Jahres den längst fälligen Familienurlaub leisten. Oder in unserem Falle noch etwas weitersparen und den lang gehegten Wunsch, für 3 Wochen durch Kanada und/oder die USA zu touren, zu realisieren.

Denn letztlich sind es die unnötigen Kleinstbeträge, mit denen man die Urlaubskasse gut füllen könnte: der Snack aus der Cafeteria, die Zeitschrift beim Einkaufsbummel, das Eintrittsgeld im Zoo, wenn der Tierpark 5 km weiter eintrittsfrei ist.

Keine Sorge, ich bin jetzt nicht auf irgendeinem bizarren Selbstkasteiungs- und -findungstrip. Denn auch wenn es erstmal danach klingt, sollte es, wenn man drüber nachdenkt echt kein Akt sein, so eine 7-Tage-Haushaltssperre durchzuziehen. Wir haben eine ganze Speisekammer voller Lebensmittel, einen gefüllten Tiefkühler und dank Chefkoch.de und ähnlichen Portalen eine schier unendliche Sammlung an Ideen, was man aus einzelnen Bestandteilen alles zaubern kann. Man muss also nicht zwingend einkaufen gehen.

7 Tage lang von dem leben, was bereits da ist

Dennoch ist es mit der Speisekammer ähnlich wie mit dem Kleiderschrank: drei Meter nix zum Anziehen versus drei Kubik nix zum Essen. Weil einfach immer alles ständig verfügbar ist, hat glaube ich, das Hirn komplett aufgehört kreativ zu sein. Wenn ich überlege, was ich zu Studienzeiten mit klammem Geldbeutel alles hinbekommen habe, ist es eigentlich beschämend, wie sich das in den letzten Jahren verändert hat.

Spätestens zum 20. hatte damals einfach niemand mehr was auf dem Konto, also ging es eben nicht abends in die Kneipe sondern zum TV-Total Schauen zu wem nach Hause. Spieleabend war auch noch eine Möglichkeit, aber damit konnte man mich schon als kleines Kind jagen, so dass ich mich da tendenziell eher ausgeklinkt habe.

Der eine hatte dann noch etwas Käse im Kühlschrank, der nächste eine Dose Ravioli, der dritte bisschen Salami und die gemeinsamen Mehlreste ergaben immer noch mindestens einen Pizzateig. Und ja, in so einer Dose Ravioli ist genug Sauce, dass man den Rest noch auf die Pizza schmieren konnte.

War vielleicht nicht immer die ganz große Küche, aber Hunger gelitten haben wir nie. Und heute? Heute bekommt man vor lauter Bio-, Vegan-, Lactose-, Fructose-, Gluten- und Superfoodgedöns rund um die Uhr den Eindruck vermittelt, dass wenn man nicht täglich drei bis fünf pinteresque Mahlzeiten kredenzt und den Nachwuchs täglich zeitgleich mit allen je gesehenen Vitaminen und Mineralstoffen versorgt, seinem Leben aktiv ein frühes Ende setzt. Und ratet mal was: das Kind isst trotz aller Kredenzungen nur Lyoner, Apfel und sporadisch eine Möhre.

Ganz ehrlich: das bekomme ich hin. Auch wenn ich mal eine ganze Woche lang keinen einzigen Cent ausgebe. Ist der Honig alle, gibt’s halt ungesüßten Tee, ist die Milch alle, gibt’s halt Brot statt Müsli. Ist das Brot alle, back ich halt eins. Tank leer?? Geht’s halt zu Fuß oder mit dem Rad. Es ist machbar!

Rennen wir deswegen eine Woche lang völlig spassbefreit durch die Gegend? Vielleicht, vielleicht auch nicht, das wird sich zeigen. Ich glaub’s aber nicht wirklich. Es gibt so unfassbar viele Dinge, die man tun kann, ohne auch nur einen Cent auszugeben, man muss sich nur mal Gedanken machen und das Vorhandene nutzen. Und das gilt sowohl für den Menüplan als auch für die Freizeitbeschäftigung. Und falls es wider Erwarten doch ganz gruselig sein sollte, mei, es sind nur 7 Tage. Die bekommt man schon irgendwie rum. Man hat auch schon 7 Tage Erkältung im Bett überlebt, ohne einzukaufen, zu shoppen oder ins Kino zu gehen. Da sollte es gesund erst recht machbar sein.

Wir schaffen das!

Was ich mir davon erwarte? Einerseits natürlich, dass sich das angeknackste Budget nach den ganzen Versicherungen schneller erholt, andererseits aber auch, das Bewusstsein wieder ein wenig dafür zu schärfen, wie leichtfertig man hier und da einen, zwei oder fünf Euro lässt, ohne am Ende wirklich nennenswert etwas gekauft zu haben. So lecker kann der Starbucks-Kaffee gar nicht sein, als dass er gute 800 € pro Jahr wert wäre, wenn man sich tatsächlich an jedem Arbeitstag einen gönnt.

Wird’s mir leicht fallen? Starbucks zu meiden sicherlich, den haben wir hier in der saarländischen Enklave gar nicht erst und Kaffee schmeckt für meine Zunge eh wuäh, aber bei den ganzen sonstigen Kleinigkeiten, werde ich mich schon zusammenreißen müssen, denn auch wenn es in diesem Beitrag nicht den Anschein macht, gebe ich an sich echt gerne Geld aus…

Aber wenn am Ende des Jahres dadurch tatsächlich ein Familienurlaub rausspringt, esse ich auch gerne mal für 7 Tage aufgetautes Resteessen, Omelette, Pfannkuchen und backe meine Brezeln selbst.

Mach mit bei der 7-Tage-Haushaltssperre

Und jetzt du! Hast du Lust, mitzumachen?

Die Spielregeln:

  • über einen Zeitraum von 7 Tagen bleibt das Portemonnaie zu
  • kein Wocheneinkauf, kein Friseur, kein Kaffee To-Go, kein Tanken…
  • ist die Ausgabe nicht lebensnotwendig, hat keine rechtlichen Konsequenzen oder stellt dir den Strom ab, kann sie 7 Tage lang warten!
  • das „Gesparte“ wird nicht in der Woche vorher oder danach doppelt ausgegeben, sondern direkt in die Urlaubskasse oder sonstwie beiseite gelegt.

Ich bin extrem gespannt, ob es do klappt, wie ich es mir vorstelle!

Willst du mehr Tipps, wie man das Budget aufpeppen kann, ohne das Gefühl zu haben, sich zu kasteien? Lass es mich wissen! Und wenn du bei der 7-Tage-Haushaltssperre mitmachen möchtest, bin ich sehr auf deine Rückmeldung gespannt. Mit dem Hashtag #7tagehaushaltssperre oder indem du mich in deinem Beitrag markierst, finde ich deinen Beitrag auch in den sozialen Medien.

Bye

Nadine